Aus Glut, Asch und Gold sin mir gebore
Zum Unfug treibe auserkore
Der Fluch der Hex hat uns erschaffe
Drum sin mir heute uff de Gasse
Schwarze Haare, Lange Nas,
Hörner, Stoßzähn – mir gen Gas
Aus unserm Versteck komm mir gesprunge
Bis unser Feuer isch verklunge
Das Häs unseres Glut-Homunkulus
Unser Häs ist mehr als nur Gewand – es ist ein Echo der Legende, ein lebendiges Symbol aus Feuer, Asche und Gold.
Das tiefe Schwarz unseres Stoffes entspringt der Glut, der verbrannten Vergangenheit und dem Schatten, in dem unser Wesen entstand. Es erinnert an die Nacht, in der die Funken durch die Straßen tanzten – ein stilles Gedenken an das Unrecht und zugleich ein Zeichen der Wiedergeburt.
Das Halstuch, in dunklem Rot, trägt die Essenz des Feuers in sich. Es symbolisiert die lodernden Flammen, die einst die Stadt erhellten, aber nicht nur Zerstörung brachten, sondern auch Licht, Wärme und Wandel.
Die Glöckchen und Sele, gefertigt aus gesammeltem Gold, tragen den Klang der Vergangenheit. Sie erinnern an die Münzen, mit denen einst das Feuer entfacht wurde – doch heute ertönt ihr Klang nicht aus Gier, sondern als Echo der Freude. Mit jedem Schritt lassen sie das Vermächtnis der Geschichte lebendig werden und verkünden unsere Botschaft: Aus Asche entsteht neues Leben, aus Dunkelheit erwächst Licht.
Doch ein besonderes Merkmal unseres Häs darf nicht fehlen: der Kuhschweif. Er dient uns nicht nur als Symbol für Schelmerei und neckischen Schabernack, sondern auch als Werkzeug der Tradition. Bei Umzügen setzen wir ihn mit Freude ein, um die Leute spielerisch zu ärgern – ein kleiner Streich hier, ein neckischer Hieb dort. Denn Fasnacht bedeutet nicht nur Mystik und Geschichte, sondern auch Spaß, Lachen und das unbeschwerte Treiben in den Gassen.
Wenn wir durch die Straßen ziehen, verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart. Wir sind nicht gekommen, um zu richten – wir sind hier, um zu tanzen, zu leuchten und die Flammen des Frohsinns zu entfachen.
